Lesetipp

Die aktuelle Ausgabe von „Geschichte lernen“ (Heft Nr. 152) ist dem Thema „Jüdische Geschichte gewidmet. Zum Konzept des Hefts schreibt Vanessa Ther im Editorial:

Wenn sich Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht mit jüdischer Geschichte beschäftigen, stehen häufig Aspekte der Ausgrenzung und Verfolgung im Vordergrund. Dies ist insbesondere der Fall, wenn im Unterricht der Holocaust thematisiert wird – das Phänomen erscheint jedoch auch bei der Behandlung anderer Epochen. Auf diese­ Weise begegnen die Lernenden Jüdinnen und Juden in der Geschichte meist in der Opferrolle.

Diese Perspektive ist aus mehreren Gründen problematisch: Erstens vermittelt sie den Eindruck einer kontinuierlichen Verfolgungssituation, der lange Zeiträume des friedlichen Zusammenlebens, der Kooperation und der Akkulturation ausblendet. Zweitens erscheinen Jüdinnen und Juden in der Opferrolle häufig als Objekte und nicht als handelnde Subjekte, die ihr  Schicksal und ihre Umwelt maßgeblich beeinflussten.

Um dieser Problematik entgegenzutreten,­ nehmen die Unterrichtsbeiträge in diesem­ Heft – mit Bezug auf bundesweite­ Geschichtscurricula­ – einen Perspektivwechsel vor. Sie hinterfragen häufig tradierte Geschichtsklischees, rücken die jüdische Perspektive in den Vordergrund und stellen Juden als historische Akteure dar.

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